Drawdown (DD) Risiko
engl. „drawdown" — Rückgang vom Höchststand
Der Drawdown misst, wie weit dein Konto vom bisherigen Höchststand gefallen ist. Er ist die wichtigste Kennzahl bei Prop Firms — nicht dein Gewinn, sondern dein Rückgang entscheidet, ob du den Account behältst.
Beispiel: Dein 50.000-$-Konto steigt auf 53.000 $ und fällt dann auf 51.500 $. Dein Drawdown beträgt 1.500 $ (vom Peak 53.000 $), nicht etwa ein Gewinn von 1.500 $ (von der Startsumme).
Prop Firms unterscheiden drei Varianten, die sich drastisch unterscheiden: Trailing, Static und EOD.
Trailing Drawdown Risiko
engl. „trailing drawdown" — mitlaufendes Verlustlimit
Das Verlustlimit zieht mit deinem Gewinn mit. Steigt dein Konto, steigt auch die Grenze, unter die du nicht fallen darfst. Sie sinkt aber nie wieder.
Beispiel: 50.000-$-Konto, 2.500 $ Trailing-DD → Startgrenze 47.500 $. Du machst 2.000 $ Gewinn (52.000 $) → die Grenze zieht auf 49.500 $ mit. Fällst du jetzt auf 49.400 $, ist der Account weg — obwohl du seit Start noch im Plus bist.
Der häufigste Killer: Viele Trader denken, sie hätten Puffer, weil sie im Plus sind. Der mitgezogene Trailing-DD ist der Grund Nr. 1 für verlorene Futures-Accounts.
Typisch bei Futures-Firmen wie Apex, Topstep oder MyFundedFutures. Firmen mit Trailing-DD vergleichen →
Static Drawdown Regel
engl. „static drawdown" — festes Verlustlimit
Das Limit bleibt fest an der Startsumme und bewegt sich nicht. Deutlich entspannter zu handeln, weil dein Gewinn zu echtem Puffer wird.
Beispiel: 50.000-$-Konto, 10 % Static-DD → die Grenze liegt dauerhaft bei 45.000 $. Machst du 5.000 $ Gewinn, hast du effektiv 10.000 $ Spielraum bis zur Grenze.
Für Anfänger besser: Static-DD verzeiht Fehler eher. Typisch bei Forex-Firmen wie FTMO oder E8 Markets.
EOD-Drawdown Risiko
engl. „end of day drawdown" — Bewertung zum Tagesschluss
Eine Mischform: Das Limit wird nur zum Handelsschluss neu berechnet, nicht während des Tages. Zwischenzeitliche Buchgewinne ziehen die Grenze also erst am Abend mit.
Vorteil: Ein kurzer Gewinn-Spike im Tagesverlauf hebt deine Grenze nicht sofort an — du wirst nicht durch deinen eigenen unrealisierten Gewinn ausgestoppt.
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Daily Loss Limit Regel
engl. „daily loss limit" — Tagesverlustgrenze
Der maximale Verlust an einem einzelnen Handelstag. Wird er gerissen, ist der Account meist sofort verloren — unabhängig davon, wie gut deine Gesamtbilanz aussieht.
Beispiel: 50.000-$-Konto mit 5 % Daily Loss → bei 2.500 $ Minus an einem Tag ist Schluss.
Praxis-Tipp: Setze dir selbst eine Grenze bei etwa 60 % des offiziellen Limits. So bleibt Puffer für Slippage und einen letzten schlechten Trade.
Consistency Rule Regel
engl. „consistency rule" — Gleichmäßigkeitsregel
Dein bester Tag darf nur einen bestimmten Anteil deines Gesamtgewinns ausmachen — typisch 30–50 %. Die Firma will sehen, dass du planvoll handelst und nicht einmal Glück hattest.
Beispiel: 30 % Consistency-Regel, 10.000 $ Gesamtgewinn → dein bester Tag darf maximal 3.000 $ betragen. Hast du an einem Tag 6.000 $ gemacht, wird die Auszahlung blockiert, bis du an weiteren Tagen genug dazuverdienst.
Tückisch: Diese Regel greift oft erst bei der Auszahlung — du bestehst die Challenge, bekommst aber kein Geld.
Profit Target Basis
engl. „profit target" — Gewinnziel
Der Gewinn, den du erreichen musst, um die Prüfungsphase zu bestehen. Bei Forex meist in Prozent (8–10 %), bei Futures als fester Betrag (z. B. 3.000 $).
Zwei-Phasen-Modell: „10 % / 5 %" bedeutet 10 % in Phase 1, danach 5 % in Phase 2 — erst dann bist du funded.
Profit Split Geld
engl. „profit split" — Gewinnaufteilung
Der Anteil des Gewinns, der bei dir bleibt. Üblich sind 80–90 %, manche Firmen bieten bis 100 % für die ersten Auszahlungen.
Rechnung: 10.000 $ Gewinn bei 90 % Split → 9.000 $ für dich, 1.000 $ für die Firma.
Nicht blenden lassen: Ein 100-%-Split nützt nichts, wenn die Regeln so eng sind, dass du nie zur Auszahlung kommst. Regeln schlagen Split.
Evaluation / Challenge Basis
engl. „evaluation", „challenge" — Prüfungsphase
Die bezahlte Testphase, in der du beweist, dass du die Regeln einhalten kannst. Modelle: 1-Step (eine Phase), 2-Step (zwei Phasen) oder Instant Funding (ohne Prüfung, dafür teurer).
Funded Account Basis
engl. „funded account", auch „PA" (performance account)
Der Account nach bestandener Prüfung. Du handelst weiter nach Regeln, bist aber auszahlungsberechtigt. Wichtig: Auch hier gelten Drawdown-Limits — der Account kann weiterhin verloren gehen.
Payout Geld
engl. „payout" — Auszahlung
Die tatsächliche Überweisung deines Gewinnanteils. Rhythmus variiert stark: von on-demand über 14-tägig bis monatlich.
Häufige Bedingungen: Mindestanzahl Handelstage, Mindestgewinn, eingehaltene
Consistency Rule und ein Sicherheitspuffer über der Startsumme.
Reset Geld
engl. „reset" — Zurücksetzen
Nach einem Regelverstoß kannst du die Prüfung meist gegen eine Gebühr zurücksetzen, statt eine neue Challenge zu kaufen — oft günstiger als der Erstkauf.
Scaling Plan Geld
engl. „scaling plan" — Skalierungsplan
Regeln, nach denen deine Kontogröße wächst, wenn du dauerhaft profitabel bist. Typisch: alle X % Gewinn wird das Konto erhöht — oft gekoppelt an eine Mindestanzahl von Auszahlungen.
Refundable Fee Geld
engl. „refundable fee" — erstattbare Gebühr
Manche Firmen erstatten die Challenge-Gebühr mit der ersten Auszahlung zurück. Effektiv wird die Prüfung damit kostenlos — sofern du sie bestehst.
Achtung: Meist nur bei der ersten Auszahlung und oft an Mindestbeträge geknüpft. Bedingungen genau lesen.
Mindest-Handelstage Regel
engl. „minimum trading days"
Du musst an einer Mindestanzahl Tage aktiv handeln, bevor du bestehst oder auszahlen kannst — typisch 5 bis 10 Tage. Verhindert, dass jemand mit einem einzigen Glückstrade durchkommt.
News-Trading-Regel Regel
engl. „news trading restriction"
Viele Firmen verbieten das Handeln kurz vor und nach wichtigen Wirtschaftsnachrichten (z. B. ±2 Minuten um NFP oder Zinsentscheide). Verstöße können den Account kosten oder Gewinne annullieren.
Overnight- & Weekend-Holding Regel
engl. „overnight / weekend holding"
Ob du Positionen über Nacht oder übers Wochenende halten darfst. Futures-Firmen verbieten das häufig (Gap-Risiko), Forex-Firmen erlauben es meist — teils mit Swap-Gebühren.
Risk of Ruin Risiko
engl. „risk of ruin" — Ruinwahrscheinlichkeit
Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass du dein Limit reißt — abhängig von Win-Rate, Chance-Risiko-Verhältnis und Risiko pro Trade. Selbst eine profitable Strategie kann bei zu hohem Risiko pro Trade ruinieren.
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